Systemschiene mit Lasermessgerät Jenoptik LEM 30
Die spezielle entwickelte Systemschiene, die das Lasergerät enthält, wird die Aufnahme des Messtisches eingesetzt und ist sofort einsatzbereit. Sie kann um 360° gedreht werden.
Durch das Anvisieren der Zielbake oder auch des einzumessenden Objektes selbst erfolgt in sekundenschnelle die Ausrichtung und nach Auslösung eine präzise Entfernungsmessung. Mittels der in das Lasermessgerät integrierten optischen Visiereinrichtung kann das Ziel angepeilt werden. Diese Optikeinheit mit dem eingespiegelten Laserstrahl ermöglicht das problemlose Anvisieren der Bake bei allen vorkommenden Lichtbedingungen einschließlich hellem Sonnenlicht. Die Viapol Systemschiene ermöglicht, dass das Ziel von oben her anvisiert werden kann.
Um das System auch in der Nacht anwendbar zu machen, wurde eine Beleuchtung in die Systemschiene integriert, die zum einen das Display des Lasers und zum anderen die Arbeitsplatte selbst beleuchtet und aus der Stromversorgung des Lasermessgerätes gespeist wird.

Verwendungsgrenzen
Das Messprinzip basiert auf dem Polarkoordinaten-Verfahren. Jeder Punkt wird relativ zur ganzen Maßstabsabbildung durch einen Winkel und eine Strecke (Entfernung) festgelegt.
Winkel: Die Vorrichtung erlaubt eine vollständige Drehung um 360°, hierdurch sind keine Grenzen gesetzt.
Distanzen: Das Laser-Messgerät ermittelt problemlos Entfernungen bis über 60 m. Mit der Zielbake wurden bei Versuchen bis zu 100 m gemessen. Die Grenze in Längsrichtung einer Unfallstelle ist i.d.R. durch die Blattgröße gesetzt. Vor dem Vermessen sollte ein günstiger Standort für den Messtisch ausgewählt werden.
Sollte die Blattgröße nicht ausreichen (Autobahn), können Verbindungspunkte z.B. zwei (besser drei) Leitkegel oder Kreidekreuze auf der Fahrbahn so gesetzt werden, das sie nahe am Rand der ersten Zeichnung zum Liegen kommen (günstig sind ca. 40 m Entfernung vom Messtisch). Nach dem Versetzen des Meßtisches um ca. 80 m werden dieselben Punkte in die anschließende Zeichnung eingetragen. Sie dienen später zum Verbinden der Zeichnungen. Wenn bei dieser Arbeitsweise auch eine gerade Linie (Fahrbahnrand, Leitlinie) durchläuft, bildet sie eine weitere Kontrollmöglichkeit.
Geländeunebenheiten: Die Abbildung ist prinzipbedingt zweidimensional, was für die meisten Fälle ausreichend ist. Die Objekthöhe kann, wenn sie relevant ist, im Einzelfall manuell ergänzt (in die Zeichnung eingetragen) werden. Geländeerhebungen oder senken bleiben unberücksichtigt, was bspw. bei Bordsteinkanten oder Schneedecke von Vorteil ist. Der Laserstrahl verläuft in der Höhe, die durch den Messtisch feststeht.
Funktionsprinzip Laser Messgerät LEM ™ 30
Die Laser Entfernungsmessung (Abkürzung für light amplification by stimulated emission of radiation) basiert auf folgendem Grundprinzip: Ein Impulsgenerator steuert in periodischer Folge einen Halbleiter Diodenlaser an. Dieser sendet daraufhin den durch die Sendeoptik gebündelten Messstrahl ab. Über die Empfangsoptik gelangt ein Teil des vom Ziel teilweise reflektierten Signals zurück auf die Empfangsdiode.
Das verwendete Laser Messgerät LEM ™ 30 von Jenoptik ist technisch führend auf dem Gebiet der handlichen Entfernungsmessgeräte. Es misst nach dem Phasenvergleichsverfahren (Amplitudenmodulation). Dieses Verfahren zeichnet sich durch eine hohe Genauigkeit aus und ist unempfindlich gegenüber kurzzeitiger Messstrahlunterbrechung. Gemessen wird die Phasenlage (Verschiebung) zwischen abgehendem und empfangenem Wellenzug; die Anzahl der ganzen Wellenlängen wird über unterschiedliche Frequenzen ermittelt
Ein Laser-Messgerät ermöglicht die rationelle und genaue Entfernungsmessung nach dem Stand der Technik. Jedoch kann prinzipbedingt bei Tageslicht eine gewisse Zielunsicherheit entstehen, die mit der Entfernung zunimmt. Um dieses Problem auszuschalten, verfügen Lasermessgeräte über unterschiedliche Hilfseinrichtungen. Das LEM ™ 30 ist mit der technisch hochwertigen Lösung (fest eingespiegelter Strahlengang, also eine im Gerät integrierte Visiereinrichtung) ausgestattet. Damit sind Hilfsmittel, die bei anderen Geräten verwendet werden (Zusatzfernrohre, Laserbrillen etc.) nicht erforderlich. Mit dieser Visiereinrichtung wird die Zielanvisierung optimiert. Die bestehende Kontrollmöglichkeit (eingespiegelter Laserpunkt ist vom Gerät aus auf dem Zielobjekt sichtbar) ist optimal, denn es erfolgt keine Abschwächung des Punktes durch das Umgebungslicht. Die Zuordnungssicherheit ist auch bei sehr hellem Sonnenlicht optimal, wenn die Zielbake anvisiert wird.
Zusatzanwendung: Ermittlung von Einzelmaßen ohne Verwendung des Messtisches
Das Vermessungssystem ist grundsätzlich zur Ermittlung zusammenhängender Maßketten nach dem Polarkoordinatenverfahren konzipiert (z.B. Bremsspuren, Fahrbahnränder). In Einzelfällen kann auch die Erfassung eines einzelnen Längenmaßes gewünscht sein (bspw. Ermittlung der Distanz eines Pkw über einen Straßengraben hinweg). Weil die Lasermessung auf nicht reflektierenden Oberflächen funktioniert, kann ein Objekt auch direkt angepeilt werden (z.B. die Ecke eines Fahrzeugs). Ebenso kann bspw. die Länge/Breite/Höhe eines Raumes durch 3 Einzelmessungen "von Hand" bestimmt werden (so z.B. die Hauptabmessungen einer Fabrikhalle). Allerdings ist ohne Zieltafel besonders auf die sichere Zuordnung zu achten, insbesondere bei größeren Entfernungen. Es besteht die Gefahr, dass statt auf das Objekt auf den Hintergrund gemessen wird! Grundsätzlich kann mit Stativ oder (allerdings bei reduziertem Anspruch an die Genauigkeit) auch freihändig gemessen werden.

Hierbei ist zu berücksichtigen: Als Nullpunkt (Ausgangspunkt der Messung) ist am Gerät der Einschraubpunkt für das Fotostativ auf der Geräteunterseite fest eingestellt. Dieser Punkt befindet sich am Lasergerät etwa 14,6 cm von der Gerätehinterkante entfernt. In eingeschobenem Zustand befindet sich dieser Nullpunkt genau auf Höhe des Einsatzstiftes für den Unfallmesstisch (ca. auf Höhe des Buchstabens "L" im Schriftzug "LEM", angedeutet).

Eichung

- Das Vermessungssystem ist vom Landesamt für Maß und Gewicht abgenommen (Einzelabnahme auf Basis der   Serien Nr.) und mit einer amtlichen Prüfplakette versehen.
- Es wird eine Eichurkunde mitgeliefert, die aufzubewahren ist.
- Die Gültigkeit der Eichung erlischt bei
  relevanten Beschädigungen des Lasermessgerätes oder der Systemschie

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