Einsatzbereich
Bei schweren Unfällen und ausgedehnten Spurenfeldern wird die Fahrbahn zeitweise gesperrt, um die Spurensicherung zu ermöglichen und eine Spurenvernichtung zu verhindern. Durch die Bergungsmaßnahmen und Witterungseinflüsse spielt der Zeitfaktor eine große Rolle. Nicht zuletzt soll die Straße wieder für den Verkehr freigegeben werden, hier ist rationelles und zeitsparendes Arbeiten erforderlich.

Dabei sind die Möglichkeiten einer präzisen Spurenaufnahme oft eingeschränkt, je nach Messverfahren sind relevante Ungenauigkeiten unvermeidbar. Gerade die räumliche Einordnung der Spuren zueinander, aber auch in Bezug zur Umgebung, ist mit einfachen Mitteln wie einem Laufrad oder Maßband ohne Zusatzeinrichtungen, nicht genau genug fixierbar. Dies gilt vor allem bei einem komplizierten Spurenverlauf. Ein häufiges Beispiel hierfür sind sich überkreuzende Schleuderspuren, deren exakte Aufzeichnung Schwierigkeiten bereitet.
Der Unfallmesstisch ist ein bewährtes Arbeitsmittel, das bei der Polizei zahlreich im Einsatz ist. Durch die Einordnung der einzelnen Maße in eine Skizze ergibt sich ein Gesamtzusammenhang zwischen den Spuren mit einer sofortigen Kontrollmöglichkeit, die evtl. Fehler sofort erkennen läßt. Das Ergebnis in Form einer maßstäblichen Skizze ist sofort weiterverwendbar.
 
Das Messprinzip ist wegen seiner sofortigen Kontrollmöglichkeit allen anderen, einfachen Verfahren (Maßband oder Laufrad ohne Zusatzausrüstung) überlegen. In seiner konventionellen Ausführung werden die Entfernungsmaße mit einem Maßband ermittelt, von dem die Zahlenwerte abgelesen und per Zuruf übermittelt werden. Hier bestehen grundsätzliche Übertragungsfehler.

 
Durch das Maßband muss die Fahrbahn durchgehend gesperrt bleiben; in der Dunkelheit ist das Verfahren nicht anwendbar (Maßband und Zeichenfläche unbeleuchtet). Hier wurde sich teilweise schon mit Taschenlampen beholfen.

 
Das dem Messtisch zugrundeliegende Meßprinzip (Polarkoordinatenverfahren) ist für ein zeitsparendes und präzises Arbeiten sehr gut geeignet. Mit der Messbasis

wurde ein Verfahren entwickelt, das mit einer schnellen Laser-Entfernungsmessung an den Stand der Technik angepaßt ist. Das System ist genau auf den polizeilichen Unfallmesstisch (Faber-Castell) abgestimmt, es wird mit ihm zusammen verwendet. Da dieser Messtisch nicht mehr lieferbar und zudem schwer und unhandlich ist, wurde ein eigener Messtisch entwickelt, der separat zu dem Messgerätekoffer lieferbar ist.

 
An dem polizeilichen Messtisch sind keine Veränderungen erforderlich. Die spezielle Systemschiene, die das Lasergerät enthält, kann in die bestehende Aufnahme eingesetzt werden und ist sofort einsatzbereit. Das Messgerät erzeugt einen roten Zielpunkt. Eine spezielle Zielbake wird an den aufzunehmenden Punkten aufgestellt, in Sekundenschnelle erfolgt die Ausrichtung und eine präzise Entfernungsmessung. .
 

Lasermessgerät auf unfallanalytischen Messtisch UL1 Messbasis Lasermessgerät auf polizeilichen
Messtisch
 
Das System ist von jedermann bedienbar, durch den Wegfall des Maßbandes entfällt die Unfallgefahr sowie die Notwendigkeit, die Fahrbahn völlig zu sperren. Zwischen dem Messtisch und der Zielbake können Fahrzeuge durchfahren, d.h. die Fahrbahn kann zumindest teilweise freigegeben werden.

Um das System auch in der Nacht anwendbar zu machen, wurde eine Beleuchtung in die Systemschiene integriert. Der Bediener liest den Zahlenwert digital ab, wodurch Übertragungsfehler wegfallen.
 
Jedes Einzelsystem ist vom Bayerischen Landesamt für Maß und Gewicht geprüft und besitzt ein Eichzeichen und einen Prüfschein.
Der mit dem System

ergänzte polizeiliche Messtisch ist ein ideales Arbeitsmittel, das eine schnelle und genaue Aufnahme von Unfallspuren ermöglicht und dabei alle Vorteile der modernen Laser-Entfernungsmessung nutzt. Die Arbeitsweise ist zügig und zeitgemäß, wobei keine spezielle Ausbildung zur Bedienung des Mess-Systemes erforderlich ist.
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