Willkommen bei VIAPOL
Laser-Vermessungssystem zum Einsatz mit dem Unfallmesstisch
Die Aufnahme schwerer Verkehrsunfälle gehört zu den alltäglichen Aufgaben der Polizei und von unfallanalytischen Sachverständigen.
Dabei ist die Spurensicherung von zentraler Bedeutung, wenn es Verletzte oder sogar Tote gibt. Die an der Unfallstelle entstandenen Aufzeichnungen sind die Grundlage für die späteren Gerichtsverfahren. Wesentliche Rückschlüsse können auf Basis technischer Sachverständigengutachten gezogen werden. Die aufgezeichneten Unfallspuren sind hierfür als Ausgangsbasis unabdingbar. Eine rein fotografische Aufnahme ist hierbei nicht ausreichend, weil Maße aus Fotos oft nur mit großem Aufwand und nachträglich mit relevanten Fehlern bzw. Unsicherheiten festgestellt werden können.

Das Vermessungssystem VIAPOL dient zur zügigen Erstellung einer zweidimensionalen Maßstabsabbildung von Einzelpunkten (Unfallspuren etc.) sowie Punkteketten (z.B. Fahrbahnränder). Die hier beschriebene Ausführung UL1 ist speziell für die Verwendung an Unfallstellen in Verbindung mit dem eingesetzten VU Messtisch (Faber Castell) oder dem von uns entwickelten Messtisch geeignet. Der Zweck ist, mit vergleichsweise geringem Aufwand eine Skizze einer Unfallörtlichkeit zu erstellen. Die Vorteile kommen insb. bei komplizierter Spurenlage zum Tragen.Der Messtisch dient zur Aufnahme und Fixierung des Zeichenbrettes und als Arbeitsstation, er stellt während der Vermessungsarbeiten den notwendigen Fix- und Ausgangspunkt für Winkel und Entfernungen dar. Dies bedeutet, dass er nach Beginn der Vermessungsarbeiten nicht mehr verschoben werden darf, andernfalls muss mit der Vermessung neu begonnen werden!
Die Genauigkeit der Lage einzelner Punkte auf der Zeichnung liegt bei normal sorgfältiger Arbeitsweise im Bereich der Bleistift Strichstärke. Der für die Unfallaufnahme geeignete Maßstab M 1:200 ist fest auf das Lineal aufskaliert, ein Umrechnen daher nicht erforderlich. Dieser Maßstab hat sich für die Erfordernisse der Unfallrekonstruktion am besten bewährt. Die entstandene Skizze soll für die weiteren Zwecke (Gerichtsverhandlungen, Unfallrekonstruktion in einem Sachverständigengutachten) geeignet sein, sie kann ggf. mit einem einfachen Scanner digital übertragen und im Computer weiter bearbeitet werden.

Die hier angewandte Arbeitsweise - von einem festen Zentralpunkt aus im Polarkoordinatenverfahren - führt zu einer außerordentlich guten Genauigkeit, was die Abbildung von Spurenformen (z.B. gekrümmte Reifenspuren) betrifft sowie ihre relative Lage zueinander. Diese ist in dieser Größenordnung mit einfachen Messverfahren (Laufrad, Maßband etc.) ohne Bezugssystem nicht erreichbar. Die Zeichengenauigkeit der abgebildeten Zeichnung hängt in gewissem Maß auch von der Anwendersorgfalt ab. Die Zielbake sollte senkrecht über den einzumessenden Spurpunkt gehalten werden. Ein Messfehler von wenigen Zentimetern durch ein Schräghalten der Zielbake geht im Abbildungsmaßstab unter, er liegt unter der Bleistiftstrichstärke. Die Bakenbreite (Breite des Zielfeldes) führt bei Entfernungen bis zu 10 m zu einem Richtungsfehler von weniger als 1°. Ein Positionieren des Laserpunktes im ungefähren Mittenbereich der Bake ist in so geringen Entfernungen mühelos möglich und sollte angestrebt werden. In größeren Entfernungen spielt der Winkelfehler keine maßgebliche Rolle mehr und die Breite des Zielfeldes ermöglicht auch hier einwandfreie Messungen mit einer für den Anwender eindeutigen Zielsicherheit.